Presseveröffentlichung

Quelle: Ksta vom 09.05.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wesseling -

 

Poröse Elektroleitungen, Fluchtwege, die nicht mehr der Norm entsprechen und eine ganze Reihe von Mängeln an der Technik. Sachverständige der Dekra hatten der Stadt eine Frist gesetzt, die Mängel im Gartenhallenbad zu beseitigen. Die gröbsten wurden entfernt, damit der Betrieb weiterlaufen kann. Jetzt hat der Sportausschuss den Weg frei gemacht für eine große Sanierung und Modernisierung des Bades.

 

Sanierung und Modernisierung oder Abbruch und Neubau des 50 Jahre alten Bades – das waren die Optionen, unter denen die Ausschussmitglieder zu entscheiden hatten. Am Ende votierten der Ausschuss einstimmig für Sanierung und Modernisierung : eine Lösung, die die Stadt rund 6,5 Millionen Euro kosten wird und ihr schon mal den Dank des Vorsitzenden des Fördervereins, Stephan Weiser ,eintrug: „Das ist ein großer Tag für das Schwimmbad.“

 

Eine reine Sanierung des Bades wurde mit 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Davon wäre dann am Ende aber nichts zu sehen, sagte Architekt Heinrich Blass. Ein Neubau würde elf Millionen Euro kosten. Dann aber hätte die Stadt das Bad nur ersetzt und keine neuen Attraktionen hinzugewonnen. Es wäre wieder nur ein Schwimmbad mit einem Lehr- und Schwimmerbecken und einer Sauna.

 

Blass erörterte im Ausschuss, wie eine Modernisierung aussehen könnte. Das Foyer soll umgestaltet werden, der Umkleidetrakt erneuert, die Sauna aus ihrem Kellerdasein befreit und ins Erdgeschoss verlegt werden, wo der Besucher von einem neuen Ruheraum aus nach draußen schauen kann. Wegfallen sollen dafür die Gastronomie und der Fitnessraum. Die Gastronomie lohne sich in Bädern nicht, so der Architekt, und Fitnessstudios gebe es zuhauf auf dem privatem Markt, sodass dies nicht zur Daseinsvorsorge der Stadt zähle.

 

Den Umkleidetrakt hielt der Fachmann für zu groß dimensioniert. Das Bad komme mit 180 Schränken für die Besucher aus. Auch das Lehrschwimmbecken soll eine Veränderung erfahren. Es soll mit einem Hubboden ausgestattet werden, der unterschiedliche Wassertiefen von 30 Zentimetern bis zu zwei Metern erlaubt. Zudem sollen Lehrschwimmbecken und das Schwimmerbecken durch eine gläserne Wand getrennt werden.

 

Dies erlaube eine höhere Temperatur im Nichtschwimmerbereich, so Blass. Zudem sollen beide Becken unter Wasser mit LED-Beleuchtung ausgestattet werden, die unterschiedliche Wasserfärbungen ermöglicht. Dazu kommt noch die ganze technische Erneuerung. Ebenso wie der Brandschutz müssen auch Lüftungsanlagen, Elektronik, Heizung und Sanitäranlagen saniert werden. Alle Trinkwasserleitungen müssen erneuert werden, die Duschen ebenfalls. Auch das Dach muss angefasst werden. Die Dämmstoffe enthalten künstliche Mineralfasern, das Satteldach Asbest.

 

Vom Bad gehe keine Gefahr aus, betonte Beigeordneter Gunnar Ohrndorf. Der Fahrplan sieht so aus, dass die Stadt im neuen Jahr mit der europaweiten Ausschreibung beginnen will. Voraussichtlich Anfang 2018 beginnt dann der Umbau, der etwa ein Jahr dauern wird. Die Kosten würden im Rahmen bleiben, hieß es, der Architekt habe einen Puffer von 15 Prozent einkalkuliert.

– Quelle: http://www.ksta.de/25204594 ©2016